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Orthopädische Beschwerden im Kindesalter – mit Teamwork wieder zurück zum Turnen

Kunstturnen / 08.12.2022

Viele Kinder und Jugendliche trainieren hart, um bei Wettkämpfen erfolgreich zu sein. Was mit anfänglichem Auspowern und als Freizeitbeschäftigung mit Freundinnen und Freunden begonnen hat ist längst zur Leidenschaft geworden. Ohne den Vor- und Nachteilen des Leistungssports ein zu grosses Gewicht zu geben, soll die folgende Geschichte zeigen, wie wichtig es ist, den Menschen vor den/die Sportler/in zu stellen.

Lucy Maeder ist leistungsorientierte Nachwuchsturnerin. Im Alter von 13 Jahren blickt sie bereits auf sehr herausfordernde Jahre zurück. Im Jahr 2018 Vize-Schweizermeisterin im Programm 1 (Mehrkampf: Sprung, Stufenbarren, Boden & Balken) und Mannschafts-Schweizermeisterin im Programm 1, konnte sie sich als 2. Platzierte auch im Jahr 2019 für die Schweizermeisterschaften qualifizieren.

Leider war es ihr aufgrund Beschwerden am Ellbogen vergönnt, sich mit den Besten ihrer Alterskategorie zu messen. Die Schmerzen zwangen Lucy zu pausieren und die Turnhalle durch Physiotherapie zu ersetzen. Dank der Unterstützung ihrer Eltern, beide Besitzer/in der Physiotherapie-Praxis Train & Win in Liestal, der engen Zusammenarbeit mit den Ärzten der Rennbahnklinik und – im Nachwuchsleistungssport nicht hoch genug zu werten – viel Geduld, konnte sich Lucy an den Kadertests wieder bis an die nationale Spitze zurück kämpfen. Nicht selten folgt im Sport jedoch auf Erfolg Ernüchterung: Anfang 2020 starten die Beschwerden am anderen Ellbogen.

Stärke wächst nicht aus Kraft, sondern aus unbeugsamem Willen

Die durch COVID erzwungene Pause brachte beim ersten Anlauf leider nicht den erhofften Effekt – Lucy musste länger pausieren als gehofft und versuchen ihre Fitness unter striktem Stütz- und Hangverbot zu erhalten. Wie sich herausstellte, handelte es sich dieses Mal um eine ernstzunehmende, strukturelle Überlastung des Ellbogens, die im Sommer 2021 eine OP zur Folge hatte. Eine sehr schwere Zeit für Lucy und ihr gesamtes Umfeld – monatelang Pause inkl. kompletter Ruhestellung des Ellbogens. Dies nicht zuletzt in einer Sportart, in der noch immer der Glaube herrscht, man verliere bei einer zu langen Absenz den Anschluss.

«Mit ihrer positiven Einstellung und ihrem Willen, das zu trainieren, was je nach Phase möglich war, konnte sie ihren Fitnessstand stets auf einem guten Niveau halten. So durchzuhalten im Alter zwischen 10 und 13 Jahre ist unglaublich», ist Lucys Vater und Physiotherapeut Dany Maeder überzeugt.

Licht am Horizont

Unter strenger Kontrolle durch die Ärzte der Rennbahnklinik, die Physiotherapeuten von Train & Win und das Trainerteam konnte Lucy im Januar 2022 langsam mit dem Aufbau beginnen. Wurde im Februar noch eine Wettkampfsaison ohne Stütz- und Hangbelastungen ins Auge gefasst, konnte Lucy nach einem vorsichtigen Aufbau, in Absprache mit den Ärzten der Rennbahnklinik und dem Kontroll-MRI die Belastung im März sogar leicht steigern. Wie ursprünglich geplant führte Lucy an den ersten beiden Wettkämpfen je eine Boden- und eine Balkenübung durch. Zwar fehlte zu Beginn noch die Sicherheit, nicht aber das gewünschte Niveau.

Bei den Aargauer Meisterschaften im Mai vermochte es Lucy gar einen einfachen Sprung und eine Barrenübung zu zeigen. «Der konstante, parallele Aufbau erlaubte uns eine höhere Stützbelastung als ursprünglich geplant», ist sich Vater Dany sicher.

Drei Jahre nach Beginn der Odyssee dann das grosse Happy End im Juni: Lucy konnte bei den Schweizer-Meisterschaften ihr ganzes Können abrufen und sich mit einem sturzfreien Wettkampf den wohlverdienten 5. Platz sichern. Lucys Eltern hegen keinen Zweifel daran, dass diese Leistung der intrinsischen Motivation von Lucy und der klaren Kommunikation aller Beteiligten zu verdanken ist.

Sport: die schönste Freizeitbeschäftigung

Mit Blick auf die immer steigenden Anforderungen im Nachwuchsleistungssport ist Lucys Geschichte ein weiterer Beweis dafür, dass es auch in jungen Jahren entscheidend ist, die Zeichen des Körpers rechtzeitig ernst zu nehmen und dem Körper die notwendige Erholung einzuräumen. Sport, ob leistungsorientiert oder nicht, soll durch Leidenschaft und Spass angetrieben werden, um langfristig ausgeübt zu werden. Selbst wenn das wie im Falle von Lucy nur über – oder Dank – Umweg möglich ist. Wo ein Wille ist auch ein Weg: Lucy Maeder ist es gelungen trotz beinahe drei Jahren Absenz den Anschluss zu wahren.

Lucy
Lucy
Lucy 14
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Lucy 4
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Lucy 7
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Lucy 9
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